Städtische Realschule
Lünen - Altlünen

Lehren und Lernen im Fach Deutsch an der Realschule Lünen-Altlünen

Grundlage und Ziele unserer Arbeitdeutsch

„Also lautet ein Beschluß,

Daß der Mensch was lernen muß.

Nicht allein das ABC

Bringt den Menschen in die Höh´;

Nicht allein in Schreiben, Lesen

Übt sich ein vernünftig Wesen;

[…]

Sondern auch der Weisheit Lehren

Muß man mit Vergnügen hören.

Daß dies mit Verstand geschah,

War Herr Lehrer Lämpel da.

(Aus: Wilhelm Busch: Max und Moritz. Vierter Streich, in :Sämtliche Werke I, Wilhelm Busch. Hg. Von Rolf Hochhuth, Bertelsmann Verlag GmbH, München 1982, S.39 – Erstveröffentlichung 1865)

So treffend beschrieb bereits 1865 Wilhelm Busch den Tätigkeitsbereich und das Aufgabenfeld der Lehrkräfte im Fach Deutsch. Damit Lernen für Schülerinnen und Schüler gelingt, fühlen wir uns der Idee, dass dieses „mit Vergnügen“, also mit Lern- und Lehrfreude und „mit Verstand“ geschieht, verpflichtet.

Im Idealfall erwerben alle unsere Schülerinnen und Schüler fundierte Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben, Zuhören und im Formulieren und Vortragen eigener Standpunkte, Ideen und Texte. Wir streben an, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler am Ende der Jahrgangsstufe 10 ihre Kenntnisse im Fach Deutsch soweit vertieft haben, dass sie den Übergang an eine weiterführende Schule wie Berufskolleg oder Gymnasium und gymnasiale Oberstufe der Gesamtschule sicher bewältigen können. Diejenigen, die eine Ausbildung anstreben, sollen sich im Umgang mit Schrift und Sprache sicher fühlen, damit sie den Anforderungen von Ausbildern, Kollegen, Kunden, Patienten usw. in weiteren Ausbildungsabschnitten selbstbewusst begegnen.

Darüber hinaus sind wir selbstverständlich den Aufgaben und Anforderungen an das Fach Deutsch verpflichtet, die im Kernlehrplan für das Fach Deutsch nachzulesen sind. (http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de)

Lehrwerk
Im Fach Deutsch wird zurzeit mit dem Lehrwerk „Klartext. Differenzierende Ausgabe für Nordrhein-Westfalen“ bis in die Jahrgangsstufe 8 gearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler bekommen ein Schulbuch für die Nutzung zu Hause von der Schule gestellt. In der Schule wird mit Klassensätzen gearbeitet, die die Deutschlehrer in ihren Räumen liegen haben. Einige Kollegen lassen von den Schülerinnen und Schülern das zugehörige Arbeitsheft privat anschaffen. Dies wird am Beginn des Schuljahres jeweils auf den Klassenpflegschaftssitzungen mit den Eltern abgesprochen. In Jahrgang 9 und 10 arbeiten wir noch mit dem Lehrwerk „Deutschbuch“. Dies wird in den nächsten zwei Jahren durch die neu erscheinenden Klartextbände ersetzt.

Übersicht zu den Klassenarbeiten und Klassenarbeitstypen im Fach Deutsch

Für die Zahl und Dauer der schriftlichen Klassenarbeiten gilt  für die Jahrgangsstufen :

Jgst. 5/6: 6 Klassenarbeiten, die jeweils eine Unterrichtsstunde dauern

Jgst. 7: 6 Klassenarbeiten, die 1–2 Unterrichtsstunden dauern

Jgst. 8: 5 Klassenarbeiten, die 1–2 Unterrichtsstunden dauern

Jgst. 9/10: 4–5 Klassenarbeiten, die 2–3 Unterrichtsstunden dauern

 

Aus dem Kernlehrplan Deutsch ergeben sich folgende Aufgabentypen, die in den einzelnen Doppeljahrgangsstufen abgeprüft werden:

Typ 1 (fällt ab Jg. 7 ersatzlos weg): Erzählen

  1. a) Erlebtes, Erfahrenes, Erdachtes
  2. b) auf der Basis von Materialien oder Mustern

Typ 2: Sachlich berichten und beschreiben

  1. a) auf der Basis von Material
  2. b) auf der Basis von Beobachtungen

Typ 3: Zu einem im Unterricht thematisierten Sachverhalt begründet Stellung nehmen

Typ 4: a) Einen Sachtext oder literarischen Text mithilfe von Fragen untersuchen

  1. b) durch Fragen bzw. Aufgaben geleitet: Aus kontinuierlichen und/oder diskontinuierlichen Texten Informationen ermitteln, die Informationen miteinander vergleichen und daraus Schlüsse ziehen

Typ 5: Einen Text nach vorgegebenen Kriterien überarbeiten

Typ 6: Texte nach einfachen Textmustern verfassen, umschreiben oder fortsetzen

Zur Überprüfung der Rechtschreibkompetenz können auch Diktate und gleichwertige Überprüfungsformen als Teile von Klassenarbeiten eingesetzt werden. (KLP, S. 47)

Leistungskonzept der Fachschaft zur Gewichtung, Punktevergabe und Notenverteilung in schriftlichen Arbeiten

Verhältnis von Verstehensleistung und sprachlicher Darstellungsleistung

Bei der Notenermittlung für eine schriftliche Arbeit im Fach Deutsch gilt für die Fachschaft Deutsch eine Verteilung von 60 Prozent der Punkte für die Verstehensleistung  und 40 Prozent der Punkte für die Darstellungsleistung als Orientierungswert.

Die Leistung in Rechtschreibung und Zeichensetzung geht in die Darstellungsleistung ein und soll den Umfang einer Note umfassen. Das entspricht 15 % der Gesamtnote.

Aufteilung der Noten
Im Regelfall benotet die Fachschaft Deutsch mit Bewertungsbögen und Punkten. Die Punkteverteilung ergibt sich aus dem Leistungskonzept der gesamten Schule wie folgt:

100 % – 86 %: sehr gut

85 % – 73 %: gut

72 % – 58 %: befriedigend

57 % – 45 %: ausreichend

44 % – 18 %: mangelhaft

17 % – 0 %: ungenügend

Abweichungen von 3 % nach oben liegen im Ermessen der unterrichtenden Lehrkraft.

Förderung im Fach Deutsch
Voraussetzung für zielgerichtete Förderung ist zunächst eine Diagnose. Das heißt, dass wir in der Jahrgangsstufe 5 sehr genau schauen, welche Fähigkeiten ein Kind bereits mitbringt. Dabei greifen wir z. T. auf standardisierte Testverfahren in Kooperation mit außerschulischen Lernpartnern zurück (Löffler-Institut; ehemals Gutschrift). Wir arbeiten aber auch mit bewährten Diagnosebögen oder sind in der Lage, aufgrund unserer Erfahrung und Ausbildung Schwächen und Stärken der Kinder herauszuarbeiten. Diese Ist-Analyse fließt dann in die alltägliche Planung und Gestaltung unseres Unterrichts mit ein, z. B. in der Binnendifferenzierung oder in der Gestaltung von Freiarbeitsphasen.

Das Förderband ist dann regelmäßig in der Woche die halbe Stunde, in der jedes Kind Zeit hat, in seinem Tempo zu üben. Nach Möglichkeit arbeiten wir hier mit differenzierten Lernmaterialien.

Besondere Aktionen der Fachschaft Deutsch

Jahrgangsstufe 6:
Teilnahme der Klassen am Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des deutschen Buchhandels.
Jährlich: Vorbereitung des Lesetages der Realschule durch Mitglieder der Fachschaft

Jahrgangsstufe 9: Bewerbungstraining mit dem Personalleiter der Stadtwerke Lünen im Rahmen unserer Lernpartnerschaft.

Jahrbuch AG für Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgangsstufen

Theater-/Musical AG zum Schuljubiläum

Umgang mit Diagnose und Förderung von LRS-Kindern an unserer Schule
Sofern uns nicht durch die Unterrichtstätigkeit und Korrekturen Besonderheiten oder Defizite zum Kompetenzbereich „richtig schreiben“ auffallen, werden am Ende von Klasse 5 oder am Anfang von Klasse 6 alle Kinder der Jahrgangsstufe mit einem standardisierten Testverfahren des Löffler-Insituts (früher Gutschrift-Institut) aus Bochum getestet. Durch dieses Testverfahren kann ermittelt werden, in welchen Bereichen das Kind Stärken und Schwächen aufweist und wie es sich in seinem Leistungsstand im Bereich der Rechtschreibung im Vergleich zu  Normgruppen verhält. Die Ergebnisse aus diesem Test werden den Eltern zurückgemeldet. Eltern, bei deren Kindern der Test einen Verdacht auf gravierende und therapiebedürftige LRS-Schwierigkeiten nahe legt, werden aufgefordert ihr Kind von sachkundiger Stelle testen zu lassen. Dabei verweisen wir im Regelfall auf die Caritas in Lünen, weil deren Diagnose auch geeignet ist, um nach § 35 KJHG eine Kostenübernahme des Jugendamtes für eine LRS-Therapie zu erwirken. Eine Therapie durch außerschulische Träger ist dann oft die effektivste Möglichkeit, schnell Erfolge zu erzielen.

Darüber hinaus sollen alle Kinder von den DeutschlehrerInnen Fördermaterial erhalten, um ihre Lese-Rechtschreib-Kompetenz weiter zu entwickeln, ein besonderes Augenmerk gilt dabei den LRS-Kindern. Aufgrund der detaillierten Rückmeldung des Löffler-Instituts bekommen die Kinder dann individuelles Fördermaterial bezogen auf ihre Fehlerschwerpunkte.

Zurzeit sind wir in der glücklichen Situation, dass Kinder der Jahrgangsstufe 6 mit gravierenden Rechtschreibschwierigkeiten im Nachmittagsbereich eine Förderstunde durch eine Deutschlehrkraft erhalten können. Kinder der Jahrgangsstufe 5 erhalten diese Förderung nach den Herbstferien, damit sie erst einmal in Ruhe in unserer Schule ankommen können.

Leistungsbewertung von Kinder in Klassenarbeiten mit diagnostizierter LRS-Schwäche
Bei Kindern, bei denen LRS diagnostiziert wurde, greift nach Abgabe des Attestes der LRS-Erlass. Nach Jahrgangsstufe, Schweregrad und aufgrund pädagogischer Überlegungen werden im Einzelfall Zeitzugaben und/oder Herausnahme der Rechtschreibleistung bei der Notenfindung als Nachteilsausgleich gewährt.

 

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